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Geschichte des Parkhauses

1874:

Das Ackerland in der Feldmark Herrenhausen, das für 7500 Thaler Courrant in den Besitz von Wilhelmine Möhle übergeht, ist dreiviertel Morgen groß.
Gegenüber der Obstplantage der Herrenhäuser Gärten entsteht unter dem Architekten Ludolf und Heussner ein Gebäude mit Türmchen, Terrassen und großen Sälen. Hier ist ein Restaurant beherbergt, und Konzerte finden statt.
Aufgrund seiner Lage wird das Gebäude als "Restaurant Parkhaus" im Adressbuch von Herrenhausen verzeichnet.

1880:

Der Gastwirt Wilhelm Graeve kauft das Parkhaus. Wie Tivoli, Bella-Vista und Odeon gehört es zu den begehrten Tanzlokalen Hannovers: Dies ist die Zeit der Kaffeehauskonzerte, der steifen Hüte und der Damenkränzchen. Vor allem bei den in der Gegend stationierten Soldaten ist das Parkhaus beliebt, hierher führen sie abends ihre Mädchen aus.

1891:

1891 Unter dem Bankier Moritz Simon erfährt das Parkhaus eine Erweiterung. Der Bankier bezieht es in das Gebiet zwischen Nienburger Straße, Herrenhäuser Kirchweg und Alleestraße mit ein. Vor allem das Restaurant wird vergrößert. Diesen Neubau führt der Bauunternehmer und Architekt Max Küster aus.

Eine Karte der Stadt Hannover aus dem Jahre 1896 zeigt das Parkhaus an der spitzen Kreuzung der Appel- und Nienburger Straße. Eine Steintafel am Eingang des Gebäudes gibt als Architekt Max Richter an, datiert die Entstehung jedoch auf die Jahre 1894/95.  

1905:

Wer das Haus nach Simons Tod erwirbt, ist aus den Unterlagen im Stadtarchiv nicht mehr zu ergründen.

1914:

Die Brauerei Linden ersteht das Gebäude. Noch immer dient es als Tanzlokal und Konzertsaal. Saxofone haben in den sogenannten Goldenen Zwanzigern "gewimmert", wie der Hannoversche Anzeiger 1926 schrieb, Garten und Terrassen waren stets gut besucht. 

1943:

Bombentreffer im Juli zerstören den großen Saal und andere Gebäudeteile. Die Stadtverwaltung beschlagnahmt das Parkhaus. Nur der Küchenbereich bleibt erhalten und wird als Luftschutzraum genutzt.

1957:

1957 Neuer Pächter ist das Ehepaar Oppermann. Die nächsten Jahre des Parkhauses sind geprägt von Keglern aus verschiedenen hannoverschen Vereinen.

1965:

Mit dem Ende des letzten Pachtvertrags beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Parkhauses: Die Technische Hochschule Hannover übernimmt das Gebäude. Statt Saal und Restaurant nun Hörsäle und kleine Büros. Statt Musik, Tanz und guter Küche nun Lehre und Forschung.

Der an der Appelstraße gelegene Seitenflügel des Gebäudes wird durch die Universität (damals noch Technische Hochschule) für die Lehrstühle und Institute Elektrische Anlagen und Steuerungstechnik, Schiffsmaschinen sowie Messtechnik im Maschinenbau angemietet.

1966 (Januar):

Die Bewirtschaftung wird eingestellt (aus dem Artikel: Niedersachsen will das "Parkhaus" kaufen, Hannoversche Presse, 14. Juni 1966).  

1966 (Oktober):

Die Städtische Lagerbierbrauerei (Gilde-Brauerei) verkauft das Parkhaus an das Land Niedersachsen.

Heute:

Neben den Instituten für Energieversorgung und Hochspannungstechnik, Geobotanik, Landschaftspflege und Naturschutz ist das Institut für Mess- und Regelungstechnik in den Räumen des Parkhauses eingezogen.